Buswandern in die Vergangenheit

Steigen Sie in den Bus Linie 3 und fahren damit nach Haldenstein zur Haltestelle Post. Laufen Sie 50 Meter zurück und nehmen Sie die erste Strasse links - Richtung Klettergarten. Unmittelbar dahinter beginnt der Aufstieg zur Burgruine.

Die Burg Lichtenstein liegt auf einem Felsrücken hoch über dem Rheintal und ist neben der Burg Grottenstein und der Burg Haldenstein eine der drei Burgen der Gemeine Haldenstein. Ihres Aussehens wegen - die Ruine ähnelt einer liegenden Katze - wird Lichtenstein im Volksmund auch Katzenburg genannt. Nach einer halben Stunde haben Sie Ihr Ziel erreicht. Einmal bei der Ruine angekommen haben Sie einen wunderbaren Ausblick auf das Rheintal und auf Chur.

Wie Funde belegen, war der Platz im natürlichen Sattel nördlich der Burg, Hexenbödeli genannt, von der Jugendsteinzeit bis in die Spätantike besiedelt. In den Quellen tauchen die Herren von Lichtenstein am 27. Juni 1180 erstmals auf: Damals wurde Henricus de Lihtenstein ins Churer Totenbuch eingetragen. Die Burg durfte damals schon bestanden haben, während die benachbarte Burg Grottenstein und vor allem Haldenstein wohl etwas jünger sind. Noch im 12. Jahrhundert scheint sich die Familie in einen Lichtensteiner- und einen Haldensteiner-Zweig aufgeteilt zu haben; dies lässt sich aus den recht ähnlichen Wappen der Familien schliessen.

Viele bewegte Jahre folgten. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Burg erstmals als Ruine beschrieben. 1662, mitten in den Bündner Wirren wurde Lichtenstein von Alois Baldiron mit einer rund 200 Mann starken Truppe besetzt. Sie hätten den Prättigauern den Zugang ins Bündner Oberland erschweren sollen, doch gingen Ihnen schon nach drei Tagen Trinkwasser und Proviant aus. Danach - bis im 20. Jahrhundert wurden kleine Sicherungsmassnahmen am Mauerwerk vorgenommen - wurde Lichtenstein dem Zerfall überlassen.

Beim Abstieg tauchen Sie langsam wieder in die Gegenwart ein und besteigen in Haldenstein dr BUS vu Chur - Richtung Chur - oder Sie wandern weiter dem Rhein entlang nach Chur.