Der Chauffeur vom Spitalbett aus - und die Verantwortlichen der Stadtbus Chur AG bedanken sich recht herzlich bei den jungen Helfern

In der Nacht vom 21. Mai 2010 kurz vor 1 Uhr passierte es, dass ein Hirsch vor Rhäzüns die Fahrbahn überqueren wollte. Das Tier prallte mit voller Wucht gegen die Frontscheibe, durchbrach sie, landete im Bus direkt auf dem Lenkrad, und verletzte den Fahrer schwer. Der Chauffeur konnte den Bus noch anhalten bevor er bewusstlos wurde. So ungewöhnlich es auch tönen mag, so ernst war es auch.

Was machen sieben junge Leute auf ihrer Heimfahrt mit dem Bus, wenn plötzlich ein Hirsch aus dem Dunkel durch die Frontscheibe fliegt? Sie helfen spontan. Bettina Bürgy, eine der sieben Helferinnen erzählt: 

„Wir fuhren vom Ausgang nach Hause, als der Bus plötzlich stark bremste. Im ersten Augenblick wusste niemand warum. Alles ging so rasch, dass wir anfänglich nicht bemerkten, was geschehen war. Das Bild, das sich uns bot, erforderte rasches Handeln. Der Chauffeur war bewusstlos, mit Blut und Haaren des Hirsches verschmiert, das Lenkrad lag auf seinen Knien. In unserer Gruppe entstand komischerweise keine Panik. Unsere beiden Kollegen kümmerten sich um den Bewusstlosen, während dem wir versuchten die Türe zu öffnen, was uns schliesslich auch gelang. Zwei Leute stellten sich auf die Strasse, um den Verkehr zu regeln, die anderen alarmierten den Krankenwagen und die Polizei. Wir wussten im ersten Augenblick nicht, ob wir den Chauffeur am Boden lagern sollten und entschlossen uns dann, ihn im Fahrersitz zu belassen und ihm den Kopf zu stützen. Wir hatten grosse Angst dass der Mann sterben werde und waren froh, als er wieder einige Laute von sich gab. Bald darauf erschienen Sanitäter und Polizei, die sich dem Verletzten annahmen und unserem Kollegen Scherben aus den Händen zogen. Es war eine aussergewöhnliche Heimfahrt, und wir alle wünschen dem verletzten Chauffeur gute Besserung.“