Tarcisi Lutz -  seit 22 Jahren beim Stadtbus Chur

 

Aufgewachsen ist Tarcisi in Curaglia im Bündner Oberland. Sein Traum als Jugendlicher waren Motoren, gleich welcher Art. Ob Töff, Auto oder Traktor – er war ein absoluter Fan von allem, was irgendetwas mit Mechanik zu tun hatte. So staunte auch seine Familie nicht, als er den Wunsch äusserte, eine Lehre als Automechaniker zu machen. Bei seinem Vater stiess Tarcisi jedoch auf taube Ohren. Dieser meinte, dass die Ausbildungsplätze in den Garagen zu kalt seien für den damals schmächtigen Buben und platzierte ihn bei der Firma Landis und Gyr, wo er sich zum Werkzeugmacher ausbilden liess. Der Gedanke an Autos liess den jungen Mann jedoch nicht los. Im Militärdienst wurde er als Waffenmechaniker ausgebildet, und so stand seinem Bubentraum, schwere Lastwagen zu fahren, später nichts mehr im Wege. Er fuhr, bevor er sich bei der Stadtbus Chur AG um eine Chauffeurstelle bewarb für verschiedene Firmen, grosse und schwere Lastwagen.

Seit 22 Jahren chauffiert Tarcisi die Fahrgäste des Stadtbusses Chur herum. „Mir gefällt diese Arbeit. Ich mag den Kontakt mit den Fahrgästen und mit meinen Arbeitskollegen. In all den Jahren sind viele lustige und interessante Dinge passiert. Obwohl mir meine Arbeit sehr gut gefällt, freue ich mich auch auf die freien Tage. Ich habe zwei Hobbys, die mir sehr viel Freude machen:

Das Maiensäss „Val Masauna" ob Curaglia, das schon meinem Grossvater gehörte, ist mein Refugium. Bevor ich jedoch zum Maiensäss hinauf steige, besuche ich immer noch meine Mutter. Im Maiensäss fühle ich mich so wohl, wie sonst nirgends auf der Welt. Dort kann ich auch „meine Batterien auflladen". Zusammen mit meiner Frau – und früher mit unseren Kindern - geniessen wir die Natur rund um unser Maiensäss herum in vollen Zügen.

Mein zweites Hobby ist das Kartenspiel „Troccas“ – welches ich einmal wöchentlich zusammen mit Kollegen spiele. Troccas ist ein Kartenspiel, welches im 17. Jahrhundert den Weg aus Italien in die Schweiz gefunden hat. Troccas kennt man fast ausschliesslich im Bündner Oberland – die Karten sind in romanischer Sprache angeschrieben. Ich kenne dieses Spiel schon seit meiner Jugend.  Es gehört eigentlich in die Familie der Tarock Spiele. Unser „Spielkreis“ trifft sich regelmässig (ausschliesslich Männervolk) um sich konzentriert dem Troccas Spiel zu widmen. Im kleinen Kreis spielen wir um Geld – mit welchem wir einmal jährlich eine Reise mit unseren Frauen unternehmen. Wir machen jedoch auch an Troccas Meisterschaften mit. Ein herrliches Spiel!"