Von zwei zu 360 PS

Vor noch nicht allzu langer Zeit waren grosse Teile unserer Bevölkerung der Ansicht, dass Frauen und Autos nicht kompatibel wären. Kaum in einem anderen Beruf gab es mehr Klischees über Frauen und Männer als  im Strassenverkehr. Das Autofahren war ganz klar den Männern vorbehalten. Die heutige Zeit und das Bild der Churer Stadtbusse lehrt uns etwas anderes. Frauen beherrschen die Fahrzeuge sehr wohl und es gibt nur noch wenige Menschen, die der Ansicht sind, dass Frauen nicht hinters Steuer gehören würden. Bei der Stadtbus Chur AG fahren acht Frauen die Fahrgäste sicher und pünktlich an ihr Ziel. Eine davon ist Karin Isenring. Sie arbeitet seit zwei Jahren beim BUS vu CHUR – und die Arbeit macht ihr Freude.

 „Mein Weg zum BUS vu CHUR führte übers Pferd. Ich kam von einem zu 360 PS.

Als Kind träumte ich schon davon, einmal mit Pferden zu arbeiten. Als Erwachsene konnte  ich meinen Traum zwei Jahre ausleben, indem ich in St. Moritz und in Arosa als Kutscherin arbeitete. Es war eine schöne Zeit – der Verdienst liess jedoch zu wünschen übrig. So fuhr ich in Arosa während der Saison Taxi und den Ambulanzwagen.

Die Liebe zum Auto habe ich wahrscheinlich von meinen Eltern geerbt; mein Vater fährt seit Jahren Postauto – meine Mutter Car. Was man gelernt hat, dachte ich, kann einem niemand mehr nehmen. So wurde ich LKW-Chauffeuse. Mit meinen gesammelten Erfahrungen in diesem Beruf, reizte es mich, auch die Carprüfung zu machen. Gesagt – getan. Ich bewarb mich beim Stadtbus Chur – anfänglich aushilfsweise und seit einem Jahr bin ich fest angestellt. Mir gefällt meine Arbeit – und der Kontakt zu den Fahrgästen.

Pferde sind nach wie vor meine grosse Leidenschaft. Am Feierabend oder an Wochenenden kutschiere ich zwei PS durch die Gegend.“