Abschied vom BUS vu CHUR

Ihm habe sein Beruf gefallen, sagt Niklaus Schwander. Seit letzter Woche fahren die Churer Busse ohne ihn – er ist pensioniert.  Sein Dialekt verrät, dass er kein Bündner ist. Der  Weg von Ittigen/Bern nach Chur führte ihn über verschiedene Stationen – quer durch die Schweiz.

Von Beruf ist Niklaus Schwander diplomierter Landwirt. Doch da die Familie keinen eigenen Betrieb besass, den er später einmal übernehmen könnte, zog er erst einmal ins Bündnerland, genauer gesagt, nach Chur zur Hosang’schen Stiftung Plankis. Dort schätzte man den jungen fleissigen Bauern und bot ihm bald einmal die Stelle als stellvertretender Chef der Landwirtschaftsabteilung  an.  Diese Herausforderung machte ihm Freude und er blieb etliche Jahre dort.

Niklaus Schwander, im Militärdienst Feldweibel, hatte immer schon eine Affinität für die Armee. Als eine Stelle auf dem Waffenplatz Chur frei wurde, bewarb er sich darum. Das war dann auch der Ort, wo er die Lastwagen-/ und Busprüfung erfolgreich ablegte. Bald einmal war es klar: Die grossen Fahrzeuge waren seine Welt! Und so entschloss er sich nach einiger Zeit, Berufsfahrer zu werden.

Er verliess Chur wieder und fuhr manches Jahr mit einem Tankwagen durch die Gegend. Nein, einsam sei er nie gewesen während dieser Zeit; er hatte manch gutes Gespräch mit den Kunden – und man sei als Lastwagenfahrer eigentlich sein eigener Herr und Meister.

Nach einigen interessanten Fahrerjobs, landete Niklaus Schwander zusammen mit seiner Familie, wieder in Chur. Die letzten elf Jahre „kutschierte“ er den BUS vu CHUR, was ihm viel Freude gemacht hat.

Auf die Frage, ob es manchmal nicht stressig sei mit den verschiedensten Fahrgästen, meine er „nei nei, die meischta Chunde si fründli u nät – u dia angere mua ma si la wie sie si“.  Diese Aussage entspricht seiner Lebensphilosophie. Auch was die jungen Leute betrifft, die manchmal in den Bussen etwas übermütig sind meint er, dass man sie so nehmen soll, wie sie sind, denn heute ist eine andere Zeit, als früher. Niklaus ist nicht ein Mann der grossen Worte.

Wer nun denkt, Niklaus Schwander werde sich nun dem „dolce far niente“ hingeben, oder keine Ahnung hat, was er mit der freien Zeit als Pensionierter anfangen solle, der irrt. Sein Ziel ist Samnaun. Dort besitzt die Familie das Elternhaus seiner Frau. Und weil die Familie oft dort ist, kennt er viele Leute. Er hat auch schon Arbeit in Hülle und Fülle. Die Heizung im Haus wird ersetzt, die Schafe des Nachbarn müssen gefüttert werden und rund ums Haus findet er immer wieder Beschäftigung.

Wir alle wünschen Niklaus Schwander eine gute Zeit und danken ihm für seine Arbeit beim BUS vu CHUR.